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Versandhandelslieferungen mit dem EU-One-Stop-Shop

04/10/2021

Mit 1. Juli 2021 wurde eine Reihe von Änderungen bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Versandhandelslieferungen wirksam. Die Neuregelung gilt für Umsätze, die ab dem 1.7.2021 durchgeführt werden.

 

Mit dem Ziel, die Besteuerung des Versandhandels an Verbraucher (B2C) im Mitgliedstaat des Verbrauchs sicherzustellen, hat die Europäische Union das E-Commerce-Paket 2021 beschlossen.

 

Die Lieferschwellen in die einzelnen EU-Mitgliedstaaten wurden abgeschafft, sodass nunmehr innergemeinschaftliche Versandhandelsumsätze bereits ab dem ersten Euro im Bestimmungsland zu versteuern sind. Damit sich ein Unternehmer nicht in allen EU-Staaten, in denen er Waren verkauft, für umsatzsteuerliche Zwecke registrieren lassen muss, kann er den EU-One-Stop-Shop (EU-OSS) in Anspruch nehmen. Die Nutzung des OSS-Verfahrens ist freiwillig.
Eine Ausnahme besteht für Kleinstunternehmer ohne Betriebstätte in einem anderen Mitgliedstaat, deren Versandhandelsumsätze in die EU insgesamt den Schwellenwert von Euro 10.000 nicht übersteigen. Diese können ihre Umsätze weiterhin im eigenen Mitgliedsland erklären und die Umsatzsteuer dort entrichten.

 

 

Die Registrierung zum EU-OSS erfolgt auf Antrag des Unternehmers im Mitgliedstaat der Identifizierung. In Österreich wird das über das FinanzOnline abgewickelt. Voraussetzung dafür ist eine gültige UID-Nummer.

Die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen und die Entrichtung der Umsatzsteuerzahllast erfolgt beim EU-OSS auf Basis von Quartalsmeldungen. Allerdings wurde die bisherige Frist von 45 Tagen nach Quartalsende EU-weit einheitlich auf das Ende des auf das Quartalsende folgenden Monats verkürzt. Die Fälligkeitstermine sind nun der 30.4., der 31.7., der 31.10. und der 31.1.

 

Der Versandhändler, der das EU-OSS-System nützt, muss die in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten aufgrund seiner Versendung geschuldete Umsatzsteuer selbst berechnen. Um den im Einzelfall anzuwendenden Umsatzsteuersatz im jeweiligen Mitgliedstaat ermitteln zu können, stellt die EU die bisher kostenpflichtige Datenbank „Access2Markets“ nun kostenlos zur Verfügung. Maßgeblich für die Klassifizierung der Waren zur Ermittlung des anzuwendenden USt-Satzes ist die 10-stellige Zolltarifnummer (TARIC).